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Kräutergenuß und Gesundheitsvorsorge

Kräuter als Gesundheitsvorsorge

Nach einem gehaltvollen Mittagessen und Magendrücken wirde gerne zu einer Tasse Pfefferminztee gegriffen. Erkältungserscheinungen werden mit Kamillenrezepturen gelindert. Bereits bei Babys schafft ein Tee aus Kräutern wie Kümmel, Fenchel und Anis bei Blähungen und Bauchschmerzen Abhilfe. Zur Entspannung lässt man sich ein Lavendel-Kräuterbad ein. Dies alles geschieht meist unbewusst - weil es der Gesundheit einfach gut tut.

 

Auch in der Küche werden gerne Kräuter eingesetzt, da sie zum einen das Aroma verfeinern und zum anderen zur gesunden Küche beitragen.

Haben Sie jedoch schon einmal darüber nachgedacht, Kräuter zur Gesundheitsvorsorge einzusetzen? Was bei sogenannten Wehwehchen hilft und der Gesundheit dient, kann vorsorgend doch nur positiv sein.

Kräuterfrauen beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit einheimischen Heilkräutern und deren gesundheitlichen Wirkungen. Die in Deutschland als Kräuterfrauen bezeichneten Wissenträger gibt es überall auf der Welt. Allein aus der Geschichte der indianischen Stämme sei auf die "medicine woman" verwiesen, die ihr Wissen über Heilkräuter an ihre Töchter vererbten und so dem Indianerstamm medizinische Hilfe bewahrten.

In langer Tradition überliefert die Kräuterfrau ihr Wissen bezüglich verschiedener Heilkräuter und deren Wirkung auf die Gesundheit. Sie kennt nicht nur die jeweiligen Kräuter, sondern verarbeitet diese in Heilmittel wie Tees, Öle, Wickel, Tinkturen, Salben und Medizinalweine. Sie ist Ansprechpartner für Therapien, Dosierungen und Gegenanzeigen.

Gerne geben die Kräuterfrauen ihr Wissen in Kursen weiter. Bei diesen Seminaren und Kursen handelt es sich nicht nur um graue Theorie, sondern um anschauliche Unterrichtsstunden im eigenen Kräutergarten oder auf Kräuterwanderungen. Viele Pflanzen ähneln sich so sehr (bspw. Kamille), dass zu einem Kräutersammeln nur unter fachkundiger Anleitung geraten werden kann.

Die wohl bekannteste Kräuterfrau war Hildegard von Bingen, die bereits im Mittelalter naturheilkundliche Werke verfasste. Sie wusste um die heilende Wirkung von über 300 Pflanzen- und Kräuterarten und wandte dieses Wissen auch an. In ihrem Klostergarten wurden Kräuter wie Bertram, Schafgarbe, Wermut und Liebstöckel wegen ihrer verdauungsfördernden Eigenschaften angebaut. Für gute Durchblutung sorgte Galgant; gegen Kopfschmerzen und Hautprobleme wurde zu Quendel gegriffen.

Mit Heilkräutern kann das Immunsystem gestärkt werden, sodass der Körper über mehr Abwehrkräfte verfügt. Zur Gesundheitsvorsorge gehört auch die Entschlackung und Entgiftung des gesamten Körpers. Auch dies kann unter Zuhilfenahme von Kräutern erfolgen. Heilkräuter verfügen darüber hinaus über einen vitalisierenden Effekt.

Die aktive Gesundheitsvorsorge mit Heilkräutern wird in der Regel mit Kuren über einen Zeitraum zwischen zwei bis sechs Wochen betrieben. Die Kräuterfrau stellt individuell abgestimmt mehrere Heilkräuter als Tee zusammen, der regelmäßig über den gesamten Zeitraum eingenommen werden sollte. Die gesundheitsfördernde Wirkung lässt nicht lange auf sich warten.

Dipl. Med. Harald Weber * Facharzt für Allgemeinmedizin / Flugmedizin
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